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Perspektivwechsel in der Facharztausbildung

In der neuen fünfjährigen Verbundweiterbildung Pädiatrie bekommen Assistenzärztinnen und -ärzte der Kinderklinik am Klinikum Karlsruhe die Möglichkeit, sechs Monate Erfahrung in Kinderarztpraxen zu sammeln.

Schon heute macht sich der Ärztemangel auch in der Kinder- und Jugendmedizin bemerkbar. Und angesichts des hohen Durchschnittsalters der niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzte wird sie der Engpass weiter verschärfen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben sich das Städtische Klinikum Karlsruhe sowie – stellvertretend für die niedergelassenen Pädiaterinnen und Pädiater – Dr. Peter Bosch aus Karlsruhe und Dr. Bernhard Zehe aus Bruchsal zusammengetan, um dem ärztlichen Nachwuchs in der Facharztausbildung zusätzliche Perspektiven zu bieten: Assistenzärztinnen und -ärzte des Klinikums Karlsruhe sollen innerhalb von fünf Jahren die Zulassung zur Facharztprüfung erlangen und in diesem Rahmen tiefgehende Einblicke in den Alltag der Kinderarztpraxen erhalten.

„In dieser Verbundweiterbildung bekommen unsere Assistenzärztinnen und -ärzte die Möglichkeit, für sechs bis neun Monate in eine Praxis der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen zu rotieren“, erklärt Prof. Dr. Sascha Meyer, Direktor der Franz Lust-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Karlsruhe.

„Dies wird zum einen die Weiterbildungsqualität verbessern, zum anderen stärken wir damit die die Zusammenarbeit zwischen dem ambulanten Sektor in den Praxen und dem stationären Sektor in der Klinik“, ergänzt Dr. Paul Vöhringer, leitender Oberarzt der Kinderklinik und Leiter des Projekts „Verbundweiterbildung Pädiatrie“.

Der zwischen den Kooperationspartnern abgestimmte Lehrplan entspricht den Anforderungen an die Inhalte der Weiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin. „Im sechs- bis neunmonatigen Abschnitt in den Praxen bringen sich die Assistenzärztinnen und -ärzte in den Bereichen Prävention, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen ein“, zählt Kinderarzt Bosch auf. „Daneben unterstützen sie uns in sozial- und akutpädiatrischen Fällen.“

Bis zu vier Assistenzärztinnen und -ärzte des Klinikums Karlsruhe können künftig in ihrem zweiten Weiterbildungsjahr in den Praxen arbeiten und erhalten im Anschluss ein Zeugnis über ihren Einsatz. „Mindestens einmal im Jahr werden sich Herr Meyer, Herr Vöhringer, Herr Bosch und ich in einer Konferenz über die Entwicklung des Weiterbildungsverbundes austauschen“, blickt Zehe nach vorne. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin mir sicher, dass wir unserem ärztlichen Nachwuchs damit wertvolle Einblicke in den niedergelassenen Bereich geben.“

Das bestätigt Xenia Frank, die das zusätzliche Angebot als eine der ersten Assistenzärztinnen des Klinikums Karlsruhe angenommen hat. „Die Praxis ist meist die erste Anlaufstelle für die Kinder und ihre Eltern und wir begeben uns dort auf Spurensuche nach den Ursachen der Beschwerden. Es ist sehr spannend, Teil dieser Spurensuche zu sein.“

Das Bild zeigt ein Portrait von Oliver Stilz
Autor: Oliver Stilz