Unsere Ad-hoc-Teams

Gewählte Zeit, flexibler Ort

Seit Juni macht das Städtische Klinikum Karlsruhe Pflegekräften ein zusätzliches Angebot. In Springerpools (Ad-hoc-Teams) arbeiten sie zu selbst gewählten Zeiten an unterschiedlichen Einsatzorten und unterstützen die Stationen individuell vor Ort.

Pflegedienstleiter Tim Wirth erklärt im Interview, was hinter den Ad-hoc-Teams steckt.

Herr Wirth, was bedeutet Ad-hoc-Team?

Übersetzt bedeutet Ad hoc „aus dem Augenblick heraus“. Damit meinen wir, dass die Mitglieder des Ad-hoc-Teams zwar planen, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten sie zum Einsatz kommen. Eingesetzt werden sie dann kurzfristig auf einer Station, auf der es zu einem krankheitsbedingten Personalausfall kommt, der nicht kompensiert werden kann.

Welche Vorteile hat diese neue Form des Einsatzes für die Pflegekräfte?

Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten genau dann, wann sie wollen. Sie wählen Wunschschichten und Wunschtage, sie können verkürzte Schichten machen und ausschließlich in den Kernzeiten (z.B. von 8 bis 13 Uhr) arbeiten. Es ist auch möglich, Wochenenden und Feiertage komplett auszusparen, um Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen. Dazu kommt, dass die vereinbarten Zeiten verbindlich sind, was Planungssicherheit schafft.

Wunschschichten und Wunschtage –Wie kann das funktionieren?

In den Ad-hoc-Teams müssen wir keinen festen Besetzungen „24/7" sicherstellen. Das ermöglicht nahezu frei wählbare Arbeitszeiten. Um den dazu passenden Einsatzort kümmern wir uns.

Wieso stehen die Stationen erst kurzfristig fest?

Die Mitarbeitenden der Ad-hoc-Teams vertreten krankheitsbedingt ausgefallene Stammpflegefachkräfte. Deshalb wird die jeweilige Einsatzstation kurzfristig festgesetzt und kann täglich wechseln. Das bringt den Vorteil, in vielen unterschiedlichen Bereichen tätig zu werden, die Vielfalt des Berufs kennenzulernen und sich weiterzuentwickeln.

Kommt der einzelne Beschäftige in allen Bereichen zum Einsatz?

Nein. Wir haben ein Ad-hoc-Team Intensiv aufgebaut, dessen Mitglieder auf allen Intensiv- und IMC-Stationen außer der pädiatrischen Intensivstation zum Einsatz kommen. Wer Teil des Ad-hoc-Teams Allgemein ist, arbeitet entweder in den konservativen oder in den schneidenden Disziplinen.

Was bedeuten die Ad-hoc-Teams für die Pflege im Klinikum Karlsruhe?

Zunächst erhoffen wir uns natürlich neue Kolleginnen und Kollegen, die sich von der enormen Flexibilität angesprochen fühlen. Das können Eltern kleiner Kinder sein, die ihre Arbeit an der Kinderbetreuung oder dem Job des Ehepartners ausrichten können. Es kann der Wiedereinsteiger sein, der zunächst in verschiedene Bereiche hineinschnuppern will.

Darüber hinaus haben wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Elternzeit bzw. Sonderurlaub zur Kindererziehung im Blick, die den beruflichen Wiedereinstieg planen. Diese Kolleginnen und Kollegen sprechen wir gezielt an, um sie für das Ad-hoc-Team zu gewinnen.

Wer lange aus dem Job ist, fühlt sich vielleicht unsicher – gerade wenn so viele verschiedene Einsatzbereiche abgedeckt werden müssen. Wie gehen Sie damit um?

Wir passen die Einarbeitungszeiten dem Bedarf der Mitglieder im Ad-hoc-Team an. Wer lange „draußen“ war und das Haus nicht kennt wird selbstverständlich anders eingearbeitet als Kolleginnen und Kollegen, die direkt von ihrer Station in das Ad-hoc-Team wechseln.

Dazu kommt, dass die Beschäftigten in den Ad-hoc-Teams bei der Vielzahl von Bereichen mehr „Generalisten“ als „Spezialisten“ sind. Die Stationen berücksichtigen das beim Einsatz von Ad-hoc-Kräften.